Bienenzucht statt Absichtserklärungen: Wie wir ESG im Immobiliensegment konkret umsetzen

ESG-Erwägungen – also eine Betrachtung nach ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien – sind inzwischen immer häufiger fester Bestanteil des Anlageprozesses. Für uns sind ESG-Überlegungen allerdings alles andere als eine reine Pflichtübung. Sie führen dazu, dass unsere Immobilienanlagen die lokale Umwelt und das Gemeinwesen bereichern und gleichzeitig höhere Anlageerträge zur Folge haben.

Wie gestaltet sich ESG in der Praxis? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn von Immobilie zu Immobilie bestehen erhebliche Unterschiede. Betrachten wir ein konkretes Beispiel, das zeigt, dass es bei Immobilien nicht ausschließlich um Baumaterialien geht:

Aberdeen Standard Investments verwaltet den Roaring Meg Shopping Park im britischen Stevenage. Dabei handelt es sich um einen Einzelhandelskomplex mit einer Gesamtfläche von 33.000 m². Er beherbergt 25 Shopping- und Freizeiteinrichtungen und umfasst überdies 1,5 Hektar Waldland. Letzteres gehört zu einem riesigen alten Waldgebiet namens Monk‘s Wood.

Jedes Gebäude stellt einen Teil des umgebenden Gemeinwesens dar. Auch Einkaufszentren sind hier keine Ausnahme. Es war uns daher immens wichtig, dass Roaring Meg den Menschen vor Ort nicht nur Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten bietet, sondern zusätzlich auch das lokale Umfeld verbessert und mit dem lokalen Gemeinwesen interagiert. Zu diesem Zweck arbeiten wir gemeinsam mit unserer Verwaltungsgesellschaft Workman an einer Reihe von Initiativen zur Förderung der Biodiversität und des Gemeinwesens.

Vögel, Bienen und Sträucher

Dies hat verschiedene Gründe von Pestiziden über Krankheiten und Klimawandel bis hin zur Zerstörung von Nahrungsquellen und Lebensraum. Durch das Aufstellen von Bienenstöcken auf dem Roaring Meg-Territorium unternehmen wir kleine Schritte gegen den Rückgang der Bienenpopulationi in der Region.

Zur Bereicherung des lokalen Ökosystems haben wir zudem eine Vielzahl an Wildblumen, Bäumen und Sträuchern gesät und gepflanzt. Dazu zählen Flockenblumen, die eine wichtige Pollenquelle für Bienen darstellen, Wilde Karde, die als Futter für Vögel dient, sowie Wundklee und Kleiner Klappertopf, die zur Pflanzendiversität beitragen, indem sie das Graswachstum beschränken. Darüber hinaus kommen Haselnusssträucher Raupen, Bilchen und Bodenbrütern zugute, während Stechpalmen Vögeln einen Nistplatz bieten und Winterschlaf haltenden Säugetieren einen guten Unterschlupf gewähren. Wir haben auch Heckenkirschen gepflanzt, die sowohl Schmetterlinge als auch Vögel anlocken.

Neben dem Bepflanzungsprojekt wurden auch andere Schritte zur Aufwertung des Waldlandes unternommen. Beispielsweise haben wir Baumstämme im benachbarten Waldgebiet aufgestapelt und so für einen geeigneten Lebensraum für Holzwespen, Landasseln und Käfer gesorgt. Mit der traditionellen Niederwaldwirtschaft schaffen wir ideale Bedingungen für Pflanzen und Tiere, die offenere Lebensräume benötigen. Zudem haben wir einige alte Hecken erneuert, die natürliche Korridore und Grenzen darstellen, welche der Pflanzenwelt zugutekommen und das Umfeld für Besucher visuell ansprechender gestalten.

Knüpfen lokaler Verbindungen

Wir haben unsere Umweltinitiativen mit einer Vielzahl sozialer Projekte kombiniert, um Roaring Meg in das Gemeinwesen vor Ort einzugliedern.

Über Workman haben wir uns an der Ausrichtung eines kreativen Schreibwettbewerbs des Marketingunternehmens BeWonder beteiligt. Zur Teilnahme wurden Kinder an über 20 nahegelegenen Grundschulen eingeladen. Die Kinder wurden gebeten, den Namen des Komplexes – Roaring Meg – als Ausgangspunkt für eine originelle Geschichte zu verwenden. Die Preise wurden von Partyman und Hobbycraft, zwei Mietern des Einkaufszentrums, gestiftet.

Wir wollen auf dem Erfolg dieses Wettbewerbs und unserer Biodiversitätsprojekte aufbauen und halten deshalb nach weiteren Möglichkeiten Ausschau, etwas für das Gemeinwesen zu tun.

Dazu zählen der Besuch der Bienenstöcke von kleinen Gruppen zu Bildungszwecken und die Abfüllung des Bienenhonigs, damit unsere Mieter Spenden von ihren Kunden sammeln können. Wir sind zudem bestrebt, die Kooperation mit lokalen Schulen auszubauen und die Waldfläche als pädagogische Ressource zu nutzen. Da unsere Waldfläche Teil des größeren Waldgebietes Monk‘s Wood ist, beabsichtigen wir, dessen Potenzial für Schulkinder, Bürgergruppen und Besucher voll auszuschöpfen. Einen ersten Schritt in diese Richtung haben wir bereits mit unserem Eco-Easter-Event unternommen. Dabei wird Schulkindern aus den benachbarten Orten das Thema Recycling auf spielerische und interaktive Art und Weise mit viel (umweltfreundlichem) Glitter nähergebracht. Die Kinder haben zudem die Möglichkeit, ihre eigenen Blumen zu pflanzen und mit nach Hause zu nehmen.

Win-win-Situation

Unsere ESG-Initiativen beim Roaring Meg-Komplex wirken sich deutlich positiv auf das lokale Umfeld und das Gemeinwesen aus. Sie begünstigen aber auch unsere Investition in das Einkaufszentrum. Letzteres gewinnt zudem durch die größere Vielfalt an Pflanzen und Tieren in der Umgebung an Attraktivität für Besucher. Die Initiativen bergen ebenso Potenzial für künftige Aktivitäten mit Bezug zu Biodiversität. Darüber hinaus fördern sie eine positive Wahrnehmung von Roaring Meg, die zu steigenden Besucherzahlen beiträgt. Wir sind der Ansicht, dass dieser positive Eindruck gerechtfertigt ist und gleichzeitig aufzeigt, dass ESG-Erwägungen im Immobiliensektor eine Win-win-Situation zur Folge haben können.

Risikohinweis
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