Klimaszenarioanalyse – wie lassen sich finanzielle Auswirkungen des Klimawandels messen?

Der Klimawandel gehört zu den dringlichsten Belangen unserer Zeit. Seine physischen Folgen wirken sich negativ auf Ökosysteme, die menschliche Gesundheit und die wirtschaftliche Infrastruktur aus. Der Übergang zu einer emissionsfreien Wirtschaft ist mit enormen Herausforderungen verbunden, birgt aber auch Chancen für Anleger.

Um diesen Risiken und Chancen angemessen Rechnung zu tragen, haben wir einen einzigartigen Ansatz in Bezug auf die Analyse von Klimaszenarien entwickelt. Dabei berücksichtigen wir Makro- und Mikrotreiber von Klimaauswirkungen auf Asset-Preise innerhalb eines wahrscheinlichkeitsbasierten Rahmenwerks. Unsere Erkenntnisse kommen dann bei unserer Geschäftsstrategie, unseren Anlageprozessen und der Entwicklung klimaorientierter Lösungen für unsere Kunden zum Tragen. Dadurch sind wir unseres Erachtens in der Lage, robustere Portfolios zusammenzustellen und höhere langfristige Erträge für unsere Kunden zu erwirtschaften.

Ausführliche Informationen zu unserem Ansatz erhalten Sie in unserem White Paper. Parallel haben wir bereits eine Reihe kürzerer Artikel hierzu veröffentlicht. Wir hoffen, dass diese Beiträge Ihnen Denkanstöße geben und Ihr Interesse an unserem White Paper wecken werden. Die Artikel sind unter den folgenden Überschriften zu finden.

  • Klimaszenarioanalyse – unser umfassendes Rahmenwerk bietet wesentliche Einblicke in die Zukunft der Energie
  • Klimaszenarioanalyse –  wie könnte sich der Klimawandel auf Anlageportfolios auswirken?
  • Wie die Analyse von Klimaszenarien unsere Fragestellungen verändert
  • Klimaszenarioanalyse – Blick in die Zukunft für Anleger

Die Voraussetzung

Unserem Ansatz bei Klimaszenarioanalysen liegt die Auffassung zugrunde, dass eine zukunftsgerichtete, umfassende und transparente Methodologie wesentlich zu fundierten Anlageentscheidungen beiträgt. Diese hilft uns außerdem dabei, einen positiven Wandel bei den Unternehmen zu fördern, in die wir anlegen. Doch was macht unseren Ansatz so einzigartig?

Um diese Frage zu beantworten, vergleichen wir nachfolgend die in der Anlegergemeinschaft gängigsten Ansätze. Unserer Erfahrung nach gründen sich diese in der Regel auf „Standard“-Klimaszenarien, die keine umfangreichen Anpassungen seitens der Vermögensverwalter zulassen. Dieser Ansatz ermöglicht Vergleiche und kann sich im Hinblick auf die Gestaltung politischer Maßnahmen als nützlich erweisen. Allerdings gehen damit für gewöhnlich unrealistische Annahmen einher, z.B. dass sich die Klimapolitik in Europa und China in den kommenden Jahrzehnten ähneln wird. Dies ist schlichtweg unplausibel und mindert den Nutzen von Szenarien im Hinblick auf die Anlageintegration und die Produktentwicklung.

Wir formulieren hingegen maßgeschneiderte Klimaszenarien, die uns differenziertere Annahmen darüber ermöglichen, welche Klimapolitik verschiedene Länder verfolgen werden und wie sich unterschiedliche Technologien auf die Zukunft auswirken könnten. Wir machen uns überdies eine weitaus größere Zahl an Szenarien zunutze, als es ansonsten üblich ist. Dies hat den wesentlichen Vorteil, dass wir dadurch einen wesentlich größeren Anteil der wahrscheinlichen langfristigen Klimaauswirkungen ermitteln und analysieren können.

Wichtig dabei ist, dass die Klimaszenarioanalyse unseres Erachtens eine laufende Entwicklung und kein einmaliges Projekt darstellt. Wir streben eine jährliche Aktualisierung unserer Analysen unter Berücksichtigung von Veränderungen im Hinblick auf Politik, Technologie und Struktur der Märkte sowie dahingehend an, wie sich Unternehmen selbst an den Klimawandel anpassen. Dies bedeutet, dass sich auch unsere Erkenntnisse weiterentwickeln werden, wodurch wir in der Lage sind, neue Risiken und Chancen zu ermitteln, sobald sich diese ergeben.

Unsere Erkenntnisse werden sich weiterentwickeln, wodurch wir in der Lage sind, neue Risiken und Chancen zu ermitteln, sobald sich diese ergeben.

Wie gestaltet sich dies in der Praxis?

Klimaszenarioanalyse – unser umfassendes Rahmenwerk bietet wesentliche Einblicke in die Zukunft der Energie

Unser maßgeschneiderter Ansatz in Bezug auf Klimaszenarien hilft uns dabei, ein detailliertes Bild darüber zu zeichnen, wie sich die Zukunft des Energiesektors gestalten könnte. Dies impliziert, dass der sich bereits vollziehende Übergang zu einer emissionsfreien Energieversorgung mit hoher Wahrscheinlichkeit fortsetzen dürfte.

Beispielsweise dürften Photovoltaikanlagen zu den Hauptnutznießern der Energiewende zählen. Selbst im Rahmen unseres ungünstigsten Szenarios verdoppelt sich der Anteil von Solarkraft am Energiemix im Stromsektor bis 2050 auf 4%. Dieser Wert steigt in unserem Basisszenario auf 25% und in einigen Szenarien mit strengen Maßnahmen auf beinahe 60%. On- und Offshore-Windenergie dürfte ebenfalls von der Energiewende profitieren, wenn auch in geringerem Maße.

Der Ausblick für fossile Brennstoffe gestaltet sich natürlich schwieriger. Bei Kohle sind die Aussichten am düstersten, da sie den „schmutzigsten“ Brennstoff darstellt und am stärksten auf die Bemühungen zur Emissionsreduzierung im globalen Stromsektor reagiert. Auch die Nachfrage nach Öl dürfte im Zuge der Energiewende langfristig abnehmen, vor allem dann, wenn die Kosten für Elektrofahrzeugtechnologie wettbewerbsfähiger werden. Erdgas dürfte mit Blick auf die Zukunft der Energiebranche eine größere Rolle spielen, zumindest als Brückenkraftstoff. Der Ausblick hängt jedoch stark davon ab, in welchem Maße der relative Preis erneuerbarer Energien weiterhin sinkt, sowie von den Entwicklungen im Bereich Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. Weitere Szenarien beleuchten wir in unserem nächsten Artikel.

Klimaszenarioanalyse – wie könnte sich der Klimawandel auf Anlageportfolios auswirken?

Selbstverständlich sind wir in erster Linie Vermögensverwalter, und unsere Hauptaufgabe besteht darin, nachhaltige Erträge für unsere Kunden zu erwirtschaften. Daher beleuchten wir als nächstes die finanziellen Auswirkungen unserer Klimaszenarien. Im Großen und Ganzen nimmt der Klimawandel nur sehr moderaten Einfluss auf die Gesamterträge der verschiedenen Anlageklassen, darunter globale Aktien. Unseren Berechnungen zufolge wirkt er sich in den meisten Szenarien in der Größenordnung von +/-2% auf die aggregierte Bewertung aus. Dies entspricht in etwa dem Verlust eines Viertels der durchschnittlichen Erträge des S&P 500 in den letzten 50 Jahren.

Innerhalb der einzelnen Sektoren bestehen jedoch erhebliche Unterschiede in Bezug auf Teilsegmente, Unternehmen und Regionen. Die größten Risiken und Chancen weisen die Sektoren Energie, Versorger, Industrie, Grundstoffe und Informationstechnologie auf. Versorger mit Fokus auf erneuerbare Energien lassen Versorgungsunternehmen, die auf Kohle setzen, deutlich hinter sich. Indes entwickeln sich auch Kupfer- und Lithiumfirmen weitaus besser als Kohlebergbauunternehmen. Und Produzenten von Ausrüstung für die Ölförderungen hinken Batterie-, Windturbinen- und Solarzellenherstellern hinterher.

Dadurch ergeben sich enorme Gelegenheiten, um mithilfe der Szenarioanalyse das Alpha aktiv verwalteter Anlageportfolios zu steigern. Auch Anlagestrategien, die auf Gewinner der Klimawende und auf thematische Portfolios mit Fokus auf Klimalösungen ausgerichtet sind, bieten sich mehr systematische Chancen. Wir betrachten diese Themen näher in unserem Artikel Klimaszenarioanalyse – wie könnte sich der Klimawandel auf Anlageportfolios auswirken?

Wie die Analyse von Klimaszenarien unsere Fragestellungen verändert

Was bedeutet das für Ihre Anlagen? In den kommenden Monaten werden wir unser Rahmenwerk für Klimaszenarien und die daraus resultierenden Erkenntnisse vollständig in unsere Geschäftsstrategie sowie in die wesentlichen Schritte unseres Anlageprozesses integrieren.

Auf Einzeltitelebene berücksichtigten wir die Ergebnisse bei der aktiven Titelauswahl, indem wir kritische Research-Fragen mit Klimabezug stellen, die sich auf unsere Szenarioanalyse stützen. Unsere Antworten ergänzen unser breiteres Unternehmensresearch, in dessen Rahmen wir auch die Glaubwürdigkeit der Übergangsstrategien der Unternehmen bewerten. Dies ermöglicht es uns wiederum, im Hinblick auf verschiedene, denkbare Klimaszenarien robuste Portfolios zusammenzustellen. Dies vertiefen wir in unserem Artikel Wie die Analyse von Klimaszenarien unsere Fragestellungen verändert.

Überdies werden wir Klimarisiken und -chancen auch in unserem Rahmenwerk für die strategische Asset-Allokation Rechnung tragen. Diesen Prozess beschreiben wir in unserem Artikel Klimaszenarioanalyse – Blick in die Zukunft für Anleger.

Indes entwickeln wir für unsere Kunden eine breite Palette an innovativen Lösungen mit Bezug zum Klimawandel, darunter solche mit Fokus auf Netto-Null-Emissionen. Die über das gesamte Unternehmen verteilten Anlageteams arbeiten an einer Vielzahl klimaorientierter Produkte zur Unterstützung der Energiewende und zur Erreichung der Klimaziele unserer Kunden. Dazu zählen ein Multi-Asset-Klimafonds, ein Klima- und Umweltfonds mit Fokus auf globale Aktien und ein Anleihefonds mit Schwerpunkt auf die Klimawende.

Abschließende Erwägungen ...

Wir sind der Ansicht, dass unser Ansatz in Bezug auf die Klimaszenarioanalyse einzigartig ist und uns von anderen Vermögensverwaltern abhebt. Er trägt zu unserem Verständnis darüber bei, wie sich der physische Klimawandel und die Energiewende auf die Anlageerträge von Unternehmen und die Märkte, in die wir investieren, auswirken. Überdies sind wir durch unseren Ansatz in der Lage, robustere Portfolios zusammenzustellen und bessere langfristige Erträge zu erwirtschaften. Am wichtigsten ist jedoch vielleicht, dass das Rahmenwerk nur den Anfang und nicht das Endprodukt darstellt. Unser Ansatz wird im Zuge des Übergangs zu einer nachhaltigeren Welt kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst werden. Die oben erwähnten Artikel finden Sie hier.

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Risikohinweis
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